Erla verbindet Kontinente
Begegnung zwischen Uganda und Österreich
Am Dienstag, 27. Jänner, besuchten uns Sr. Monica und Sr. Mirjam im Unterricht. Sie sind unsere Mitschwestern, Marienschwestern vom Karmel. Sr. Monica lebt in unserer Gemeinschaft in Uganda. Als Vorbereitung für ihre ewige Profess verbringt sie 3 Monate in unserem Mutterhaus in Bad Mühllacken. Sr. Mirjam war so lieb und hat sie von Bad Mühllacken nach Erla begleitet.
Eine große Überraschung war es, als unsere beiden Schülerinnen der 2FSB, Tracy und Josephine, die ebenfalls aus Uganda kommen, Sr. Monica über den Weg liefen. Da gab es gleich mal eine Vollbremsung und ein paar herzliche Umarmungen. Heimat bleibt Heimat, dort, wo man die Wurzeln hat, dort weiß man sich sofort untereinander verbunden.
Auch die Unterrichtsstunden waren geprägt von familiärer Atmosphäre, gegenseitigem Interesse und großer Offenheit. Viele Fragen wurden gestellt, professionell, ehrlich und tiefgründig beantwortet.
Es ging darum, welche Ängste und Hoffnungen junge Menschen in Uganda wie auch in Österreich haben. Welche politischen, sozialen und persönlichen Probleme von Jugendlichen bewältigt werden müssen. Welche Möglichkeiten und Hilfen es gibt, um aus einer Krise herauszufinden. Es ging aber auch darum, wie Kinder und Jugendliche in Uganda ihre Schulzeit schaffen, welche Hindernisse und Herausforderungen sie bestehen müssen. Manchmal ist es einfach das wenig energieliefernde Essen, welches ihnen nicht genug Kraft spendet.
Schließlich ging es auch um die Stellung der Frau in Uganda. Mit welcher geringen Wertschätzung die Frauen oft in eine Ehe geführt werden. Wer ihr Brautgeld aushandelt und wie dienstbereit sie für ihren Mann sein müssen, nachdem ihr „Lösegeld“ bezahlt wurde.
Zurzeit ist es auch wieder besonders gefährlich, dass Kinder entführt werden. Jungs, um als Kindersoldaten ausgebildet zu werden. Mädchen, um an Arbeitgeber verkauft zu werden, bei denen sie schlecht behandelt und ausgenützt werden. Manchmal kommen sie zurück, körperlich und seelisch zerstört mit fehlenden Organen. Es gibt aktuell wieder Aufrufe, dass die Eltern dafür verantwortlich sind, ihre Kinder und Jugendlichen abends nicht mehr auf die Straße zu lassen.
Außerdem interessierten wir uns für die medizinische Versorgung in Uganda. Sr. Monica berichtete uns, dass sich die meisten Leute kein Krankenhaus leisten können. Wenn sie eine Operation benötigen, müssen sie sterben. Sollten sie doch das Geld für die Operation zusammenbringen, müssen sie das Essen und die Bettwäsche selbst ins Krankenhaus mitbringen und dort oft wochenlang auf den Operationstermin warten, auch wenn es akut ist. Medikamente sind ebenso teuer und nicht leistbar. Kräuter haben früher sehr geholfen, doch die alten Leute, welche die Kräuterkunde beherrschten, sind gestorben und die jungen Menschen erhalten keine Ausbildung dafür, weil sich die Pharmaindustrie wehrt.
Aber wir haben auch gehört, wie schön das Land mit seiner Natur und seinen vielen exotischen Früchten ist. Im Garten der Schwestern wachsen die Bäume mit Früchten wie Ananas, Jackfrucht, viele verschiedene Sorten von Bananen, Passionsfrüchten, Mangos, Papayas und die spezielle Kochbanane von Uganda, nämlich Matooke. Sie gilt als das Grundnahrungsmittel und Nationalgericht des Landes. Es handelt sich dabei um grüne, stärkehaltige Kochbananen, die meist gedämpft oder als Brei zubereitet werden. Sie sind nicht süß und werden grün geerntet, geschält und gekocht. Der aus den Bananen hergestellte Brei wird ebenfalls Matooke genannt und oft mit Erdnusssauce, Bohnen oder Fleisch serviert. Uganda gehört zu den größten Produzenten von Kochbananen weltweit. Matooke wird traditionell in Bananenblättern gegart, was dem Gericht einen besonderen Geschmack verleiht.
Viele junge Menschen in Uganda haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verloren. Die Hälfte der Bevölkerung von Uganda ist unter 16 Jahre alt. Aber es gibt auch diejenigen Menschen, die für ein gerechtes und besseres Leben in Uganda kämpfen, sich für die Ausbildung der Kinder einsetzen, Jugendliche für ein Studium unterstützen, für die medizinische Versorgung von Alten, Kranken und Schwangeren sorgen, so wie es unsere Mitschwestern in ihrer Gemeinschaft der Marienschwestern vom Karmel in Uganda durch zahlreiche Projekte umsetzen.
Sr. Monica wird nach ihrem 3-monatigen Aufenthalt im Mutterhaus in Bad Mühllacken wieder mit viel Engagement, Freude und Zuversicht in ihr Heimatland Uganda zurückkehren, um den jungen Menschen dort Hoffnung zu bringen.
Sr. Maria Angela














