Landesausstellung in Mauer und mit dem Rollstuhl unterwegs in Amstetten
Am 8. Juni fand unter der Leitung von Professorin Maria Pflügl und Professorin Christa Huber eine spannende und abwechslungsreiche Exkursion statt. Dabei konnten wir viele neue Eindrücke sammeln und wertvolle Erfahrungen machen.
Am Vormittag besuchten wir die psychiatrische Einrichtung in Mauer sowie die dortige Landesausstellung. Dort erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte der Psychiatrie und erfuhren, wie sich der Umgang mit psychischen Erkrankungen im Laufe der Zeit verändert hat. Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, wie sich Behandlungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Einstellungen entwickelt haben. Dieser Teil der Exkursion war sehr informativ und regte zum Nachdenken an.
Am Nachmittag ging es weiter nach Amstetten. Dort stand eine besondere Selbsterfahrung auf dem Programm: In Kleingruppen erkundeten wir die Stadt mit Rollstühlen. Dabei wechselten wir regelmäßig zwischen der Rolle der Person im Rollstuhl und der Begleitperson. So konnten wir die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben.
Während unserer Fahrt durch die Stadt wurde uns schnell bewusst, dass viele alltägliche Wege und Situationen für Menschen im Rollstuhl deutlich schwieriger sind, als man zunächst vermutet. Bordsteinkanten, unebene Gehwege, schmale Durchgänge oder nicht barrierefreie Eingänge stellten immer wieder Herausforderungen dar. Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass bereits viele Bereiche in Amstetten gut zugänglich gestaltet sind und die Mobilität erleichtern.
Besonders interessant war es, die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen. Viele Hindernisse, die Fußgängern kaum auffallen, wurden für uns plötzlich sichtbar. Dadurch konnten wir besser nachvollziehen, mit welchen Herausforderungen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen täglich konfrontiert sind. Die Erfahrung zeigte uns auch, wie wichtig Barrierefreiheit für Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität ist.
Neben den baulichen Gegebenheiten waren auch die Reaktionen anderer Menschen bemerkenswert. Viele Personen begegneten uns freundlich und hilfsbereit. Einige machten Platz oder boten Unterstützung an. Diese Begegnungen zeigten, wie wichtig Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt im Alltag sind.
Die Exkursion war für uns eine gelungene Mischung aus Lernen, Erleben und Reflektieren. Der Besuch in Mauer vermittelte wertvolle fachliche Einblicke, während die Rollstuhlfahrt in Amstetten unser Verständnis für die Lebensrealität von Menschen mit körperlichen Einschränkungen vertiefte. Durch die praktischen Erfahrungen konnten wir viele neue Erkenntnisse gewinnen und wichtige Eindrücke mitnehmen.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Firma Sanos Bandagist Gattringer aus Amstetten, die uns die Rollstühle für dieses Projekt zur Verfügung gestellt hat. Durch ihre Unterstützung wurde diese besondere Selbsterfahrung möglich. Vielen Dank für die freundliche Zusammenarbeit und die wertvolle Unterstützung unserer Exkursion.
Mag. Christa Huber




